Reishi und Insulinresistenz: Wie unterstützt dieser Pilz den Stoffwechsel?

Kategorie: Wissenschaft und Forschung | Lesezeit: ~6 Min.

Wenn man mit jemandem über Insulinresistenz spricht, gibt es meist zwei Reaktionen: entweder einen leeren Blick oder leichte Panik. Dabei handelt es sich um eines der häufigsten Stoffwechselprobleme unserer Zeit. Ein stiller Zustand, der den Boden für Typ-2-Diabetes, chronische Müdigkeit, Gewichtszunahme und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bereitet.

Aber was wäre, wenn ein uralter Pilz dabei helfen könnte, den Stoffwechsel des Körpers auf natürliche Weise zu unterstützen?

Was ist Insulinresistenz und warum ist sie wichtig?

Insulin ist ein Hormon, dessen Aufgabe es ist, Glukose aus dem Blut in die Zellen zu transportieren, wo sie als Energie genutzt wird. Bei Insulinresistenz reagieren die Zellen nicht mehr ausreichend auf Insulin. Infolgedessen muss der Körper immer mehr Insulin produzieren, um den Blutzucker unter Kontrolle zu halten.

Mit der Zeit kann sich das in ständiger Müdigkeit, Energieschwankungen, verstärktem Hungergefühl und Schwierigkeiten beim Abnehmen äußern. Oft gehen damit auch ein erhöhter Blutzucker und das Gefühl einher, dass der Körper nicht mehr so funktioniert wie früher.

Der moderne Lebensstil spielt hier eine große Rolle. Verarbeitete Lebensmittel, wenig Bewegung, chronischer Stress und Schlafmangel beeinflussen den Stoffwechsel und die Insulinsensitivität direkt.

Und genau hier kommen funktionelle Pilze ins Spiel.

AMPK – der natürliche Energieregler des Körpers

Bevor wir zum Reishi-Pilz kommen, lohnt es sich, einen wichtigen Mechanismus zu verstehen: AMPK, also die 5′ AMP-aktivierte Proteinkinase.

AMPK wirkt als innerer Energiesensor des Körpers. Wenn den Zellen Energie fehlt, wird AMPK aktiviert und hilft dem Körper, Energie effizienter zu nutzen.

Wenn AMPK aktiv ist, steigt die Glukoseaufnahme in den Zellen, die Insulinsensitivität verbessert sich, die Fettsäuresynthese nimmt ab und die Glukoseproduktion der Leber sinkt.

Interessanterweise werden AMPK auch durch regelmäßiges Training sowie beispielsweise Metformin, eines der bekanntesten Diabetesmedikamente, aktiviert.

Studie: Reishi-Extrakt und Insulinsensitivität

  1. Im Jahr wurde in der Fachzeitschrift Nutrients eine Studie mit dem Titel veröffentlicht:

“Ganoderma lucidum Extract Reduces Insulin Resistance by Enhancing AMPK Activation in High Fat Diet Induced Obese Mice”

Koreanische Wissenschaftler untersuchten, wie Reishi-Extrakt Mäuse mit durch eine fettreiche Ernährung verursachter Adipositas und Insulinresistenz beeinflusste.

Den Mäusen wurde 12 Wochen lang Reishi-Extrakt in unterschiedlichen Mengen verabreicht.

Was zeigte die Studie?

Die Ergebnisse waren interessant.

Bei den Mäusen, die Reishi-Extrakt erhielten, sanken sowohl der Blutzucker- als auch der Insulinwert im Vergleich zur Kontrollgruppe. Gleichzeitig verbesserte sich auch die Insulinsensitivität, und der Körper reagierte effizienter auf Insulin.

Die Studie zeigte außerdem, dass der Extrakt die Aktivität der GLUT4- und GLUT1-Transporter erhöhte. Diese helfen Glukose, aus dem Blut in die Zellen zu gelangen, wo sie als Energie genutzt werden kann.

Eine der wichtigsten Beobachtungen war, dass Reishi den AMPK-Mechanismus dosisabhängig aktivierte. Dies wiederum wirkte sich positiv auf den Fettstoffwechsel und die Insulinsensitivität aus.

Zusätzlich wurden eine Gewichtsabnahme, ein Rückgang von Triglyceriden und LDL-Cholesterin sowie eine Verringerung von Entzündungsmarkern beobachtet.

Wie unterstützt Reishi den Stoffwechsel?

Auf Grundlage der Studie lässt sich der Mechanismus einfach zusammenfassen:

Reishi-Extrakt (Ganodersäuren + β-Glucane)

AMPK-Aktivierung

ACC-Hemmung → weniger Fettsäuresynthese
FAS, SCD1, SREBP1c ↓ → Unterdrückung von Adipositasgenen
IR → IRS1 → Akt-Aktivierung → GLUT4/GLUT1 ↑

Mehr Glukose in den Zellen
Bessere Insulinsensitivität
Niedrigerer Blutzucker und Insulinspiegel

Außerdem hilft Reishi, entzündliche Prozesse zu reduzieren, die zu den wichtigsten mit Insulinresistenz verbundenen Faktoren gehören.

Was macht Reishi besonders?

Der in der Studie verwendete Extrakt enthielt Ganodersäuren, also Triterpene, sowie Beta-Glucane.

Diese Verbindungen stehen im Zusammenhang mit der Verringerung von Entzündungen, der Unterstützung des Stoffwechsels, der Balance des Immunsystems und einer besseren Stresstoleranz.

Genau diese Kombination macht den Reishi-Pilz zu einem der interessantesten funktionellen Pilze in der heutigen Wellness- und Biohacking-Welt.

Was bedeutet das in der Praxis?

Wichtig ist zu verstehen, dass es sich um eine Studie an Mäusen handelte und dass weitere Studien am Menschen notwendig sind.

Gleichzeitig stützen die Ergebnisse die Idee, dass Reishi ein wertvoller Teil eines ganzheitlichen, den Stoffwechsel unterstützenden Lebensstils sein kann.

Die stärkste Wirkung entsteht immer in Kombination mit regelmäßiger Bewegung, ausreichendem Schlaf, weniger Stress und bewussterer Ernährung.

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Quelle: Lee HA, Cho JH, Afinanisa Q, et al. Ganoderma lucidum Extract Reduces Insulin Resistance by Enhancing AMPK Activation in High Fat Diet Induced Obese Mice. Nutrients. 2020;12(11):3338. PMID: 33142995.

Der Artikel dient zu Informationszwecken und ersetzt keine medizinische Beratung.

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